Nackte Tatsachen bei der Offenbacher SPD
Veröffentlicht am 30. November 2007, 12:56 Uhr
Von Judith Michler.

Offenbacher SPD-Frauen ganz entspannt, links die Stadtverordnete Ulla Peppler, rechts die Juso-Vorsitzende Andrea Karnoll.
(Foto: atelier unartix/SPD-Offenbach)
Nackte Tatsachen sind eigentliche eine feine Sache – gerade in der Politik. Da sorgen sie für Transparenz und Authentizität und geben dem Wähler zumindest das Gefühl „seine“ Partei habe konkrete Pläne und verfolge eine klare Linie. Wer nackte Tatsachen und Fakten im Parteiprogramm der Hessen SPD sucht und bislang nicht fündig wurde, der sollte vielleicht einmal einen Blick auf das Produkt der neuen Imagekampagne der Offenbacher SPD werfen: Ein Kalender für 2008, in dem sich zwölf SPDlerinnen aus Offenbach „naggisch“ haben ablichten lassen.
Entstanden ist diese eher ungewöhnlich anmutende Wahlkampfpropaganda nach eigener Aussage aus einer „Schnapsidee“. Es lässt sich darüber streiten, ob es strategisch klug ist, die eigene Kampagne mit den Einfällen einer Schnapslaune zu begründen. Aber es gibt natürlich auch noch eine seriöse Begründung: „Personen rücken in den Vordergrund, Programme sind weniger gefragt“ sagt Heike Habermann, Initiatorin der Aktion und SPD-Landtagsabgeordnete.

Stark und sinnlich. Die SPD-Mitglieder Monika Pröse und Ingrid Vonrhein.
(Foto: atelier unartix/SPD-Offenbach)
Um Vorwürfen der Inhaltslosigkeit vorzugreifen, haben sich die Mädels von der SPD etwas einfallen lassen: Ein „rot gefärbtes Accessoire“ zieht sich wie ein roter Faden durch den Kalender und gibt somit eine enorme Orientierung in all den Verwirrungen, die die gebündelte Weiblichkeit mit sich bringt. Habermann wurde beispielsweise mit einem Vorfahrtsschild abgelichtet. Ein Vorfahrtsschild im Zusammenhang mit nackter Haut? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt… Das Schild soll nämlich gar nichts Anrüchiges symbolisieren, sondern die „Vorfahrt für Chancengleichheit und Bildung“. Wer diesen mehr als eindeutigen Zusammenhang nicht sofort erkennt, wird durch einen kurzen Text neben dem jeweiligen Bild aufgeklärt.
Die jüngste freizügige Genossin ist erst 27, die älteste stolze 72 Jahre alt. Pin-Up mit 72 – das nimmt jeden Zweifel daran, dass es sich bei dem Kalender tatsächlich um eine „Schnapsidee“ handeln muss.

Links die Stadtverordnete Gertrud Helduser, rechts Frau Marion Eckert.
(Foto: atelier unartix/SPD-Offenbach)
Ganz neu ist die Idee mit dem Ausziehen für die Politik ja auch nicht. Der eine oder andere wird vielleicht noch immer heimgesucht von den Bildern einer strengen Gabriele Pauli, die für das Magazin „Park Avenue“ mit nicht viel mehr als einem Latexhandschuh bekleidet posierte. Mit einer Domina wurde sie damals verglichen. Und man sorgte sich um ihre politische Integrität.
Um die müssen die sich Damen der Offenbacher SPD keine Gedanken machen. Denn wie kann man sich noch ambitionierter für die eigene Partei einsetzen, als sich mit vollem Körpereinsatz und nur mit einem „rot gefärbten“ Accessoire bekleidet ins Wahlkampfgetümmel zu stürzen.


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P. Ambros sagte am 17. Mai 2008 um 19:13 Uhr:Liebe Redaktion,
zufällig bin ich auf die Seite gestoßen, anschließend auch leicht beifällig, aber die Damen Helduser und Eckert sehen wirklich unfraulich aus! Zumal sie auch völlig gleich sind, sodaß man gar keine zwei erkennen kann.
Sieht aus wie eine.
Mit derart männlich aussehenden Frauen weckt man keine Sympathien.
Das nur mal ins Stammbuch.
Beste Grüße
P.A.