Es singt und klingt im Wahlkampf
Veröffentlicht am 26. Januar 2008 um 20:51 Uhr
Von Till Erdenberger und Nike Bodenbach.
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Minnesang und höfischer Tanz, die Vorläufer der heutigen Polit-Songs.
(Bild: Wikimedia Commons/Tacuina sanitatis)
Das politische Lied hat eine lange Tradition. Nero begleitete der Sage nach den Untergang Roms im Furor eines gigantischen Feuers auf der Lyra, im Mittelalter hielten sich die Feudalherren eigene Liedermacher, um von ihren Ruhmestaten künden zu lassen und in der Neuzeit verdingen sich Legionen von Gitarren-bewehrten Einmann-Betrieben als musikalische Meinungsmacher. Phil Ochs, Joan Baez, Bob Dylan und Hannes Wader beschwören den politischen Geist teils generationsübergreifend mit ihren tonalen Aufrüttlern. Doch während letztere eine Form des kulturellen Protestes kultivieren wollten, hat sich der mittelalterliche Minnesang eine Schneise in die Jetzt-Zeit geschlagen. Musikalische Auftragsarbeiten sind wieder angesagt und auch im grassierenden Landtags-Wahlkampf kursieren wieder einige Weisen, die die jeweiligen Auftraggeber besingen. Doch während sich mit Baez, Dylan und Mitstreitern 1963 beim Civil Rights March hunderttausende am Lincoln Memorial versammelten, um für Freiheit und Menschenrechte ein- und aufzustehen, stellen die heutigen Vertreter handzahme Liedchen zur Diskussion.
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